Überblick

Sollen es Sterne oder Gurken sein?

Wettkampftag: Ihr Schlag trifft, ihr Hebel misslingt. Kennen Sie das? Beim Griff zu den Sternen landet die Hand im Glas für saure Gurken. Wie gehen Sie beim Hebel auf Fehlersuche? Erster Ansatz: Noch öfter und härter zu trainieren. Zweiter Ansatz: Tipps vom Trainer holen.

Kämen Sie auf folgende Idee: Der Hebel wird nie funktionieren. Er ist an unerreichbare Bedingungen geknüpft. Eine ketzerische Idee, nicht wahr? Unterrichtet ihr Trainer den Hebel nicht seit er denken kann. Jeder Partner trainiert diesen Hebel und ist begeistert. Wo ist da der Denkfehler?

Es gibt sie: Bewegungen, welche besondere Fähigkeiten erfordern. Sie verlangen Jahre der Hingabe. Kraft, Dynamik und Präzision sind nur einige Anforderungen und es ist an Ihnen diese zu meistern. Auf dem Weg dorthin lernen Sie ihre eigenen Grenzen kennen und sie zu überschreiten. In diesem Fall ist ein Mehr an Training berechtigt. Es gibt aber auch den gegensätzlichen Fall. Eine Bewegung funktioniert nie, trotz aller Leidenschaft. An einem Tag gelingt sie, an anderen Tagen ist es wie verhext und sie misslingt – typisch für Wettkampftage.

Werfen Sie einen Blick auf folgendes Schema. Was im Training super gelingt, kann in der Anwendung miserabel sein. Gefährlich, nicht wahr? In dieser Form können Bewegungen geordnet werden. Sterne und Gurken sind leicht zu finden. Gefährliche Illusionen bemerkt man zu spät. Die hässlichen Entlein sind der Sonderfall, dafür brauch es wache Augen.

 

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Deshalb gilt: Sterne gilt es zu hegen; saure Gurken gehören verstoßen; Illusionen muss man sich stellen; hässliche Entlein wollen entdeckt werden. Haben Sie ihr Repertoire an Schlägen, Hebeln und Würgen im Kopf? Trauen Sie sich die Einordnung zu? Nein? Dann sind Sie hier richtig. Darum geht es auf dieser Webseite: Die Sterne von den Gurken unterscheiden lernen. Wie erkennt man Bewegungen, welche Zeit wert sind? Wovon lässt man die Finger?

 

Fachwissen will genutzt werden

Wer Bewegungen verstehen will, muss diese Stück für Stück auseinandernehmen, Ebene für Ebene, immer tiefer, bis Muskeln, Nerven und Reflexe sichtbar werden. Wissen Sie was ein Reflex ist? Nein? Fachbücher und Wikipedia kennen die Antwort. Reflex: Etwas mit schneller Reaktion auf einen Reiz. Die Definition allein nützt nichts. Ohne Anwendung steht Fachwissen auf dem Abstellgleis. Koppeln Sie es an ihr Denken und es nimmt Fahrt auf (dazu später mehr). Das ist die zweite Aufgabe dieser Webseite: Wissen kennenlernen und ankoppeln an ihr Denken. Dieser Teil findet sich unter Wissen.

 

Dem Denken auf die Sprünge helfen

Wer Definition kennt, ist nicht schlauer. Bewegungen beurteilt man nicht mit Definitionen. Es braucht einen Plan. So wie ein Koch den Lachs filetiert, so zerlegt man Bewegungen in Teile. Eigenschaften wie Kraft, Dynamik und Präzision geben Hinweise, aber reichen nicht aus. Ist der Gegner flink und fintenreich? Dann ist Flexibilität gefragt. Mauert er endlos? Dann braucht es Herz und die Bereitschaft zum Risiko. So ist jede Situation anders und verlangt nach Lösungen; perfekt zugeschnitten oder universell einsetzbar.

Sie entkommen dem „Immer-Anders“ mit festen Denkabläufen. Zum Beispiel so: Sie sind im Training und ein Hebel steht auf dem Programm. Ein Griff am Arm des Partners, etwas drücken und ihr Partner windet sich, eigentlich ganz einfach. Leider nicht ganz: Ihr Partner befreit sich und entkommt ihrem Griff regelmäßig. Etwas stimmt nicht und die Frage taucht auf: Wie lässt sich der Hebel wasserdicht absichern?

Jetzt koppelt Fachwissen an. Anatomie, Mechanik und Bewegungskontrolle definieren Bewegungen. Sie gehen systematisch durch die Fachgebiete. Sie stellen sich selbst Fragen, sehen den Hebel aus verschiedene Perspektiven und sammeln Informationen: Wie funktioniert der Griff? Ist ihr Griff anders? Fehlt dem Griff die Kraft? An welcher Stelle bricht ihr Partner aus? Sie zerlegen den Griff in seine Bestandteile. Wirkende Kräfte und zeitlicher Ablauf liegen ausgebreitet vor ihnen. Das Bild wird klarer. Ihr Partner nutzt einen kleinen Moment der Schwäche. Im letzten Schritt adressieren Sie diesen Moment, erhöhen die Kraft und sperren seine Gegenbewegung. Beim nächsten Durchgang entkommt ihr Partner nicht.

Diese Gedankengänge sind Methoden. Jeder kann sie lernen. Das ist das nächste Thema dieser Webseite: Bewegungen mit Werkzeugen zerlegen, von Grund her aufbauen und bei Bedarf optimieren. Dieser Teil findet sich unter Vorgehen und Methoden.

 

Ist das was für Sie?

Diese Webseite fordert Zeit und Nachdenken. Sie bietet andere Perspektiven auf Kampfkünste. Ich kann Sie nur einladen; die Energie bringen Sie mit. Sie vertiefen ihr Verständnis und gewinnen an Sicherheit. Tests mit schlechten Ergebnissen werden Sie begrüßen, denn: Besser kontrolliert im Training leiden, als später chaotisch in der Anwendung. Wenn das akzeptabel ist, dann lesen Sie weiter.

 

Wie geht es weiter?

Übergehen Sie zuerst die Seiten Wissen und Vorgehen. Dafür ist später Zeit. Unter Methoden ist ein Einstiegsbereich. Versuchen Sie diese Ansätze. Sie weisen auf typische Denkfehler hin. Wer diese Fehler vermeidet, ist einen großen Schritt weiter. Es ist kein Fachwissen erforderlich, fangen Sie direkt an.

 

Woher kommt die Kompetenz?

Ich heiße Norman Neumann, bin Ingenieur und Kampfkünstler aus Leidenschaft. Mein täglicher Wust verlangt systematisches Arbeiten. Das Herangehen ist universell: Industrieprodukte oder Kampfkunstbewegungen – damit lässt sich alles entwerfen.