Abläufe vergleichen

Abläufe_vergleichen_01_Beitragsbild

Gleich, ungleich, wiederverwendet

Haken und Schwinger, zwei Namen, zwei verschiedene Bewegungen. Beim Hinsehen fallen gleiche Abläufe ins Auge. Beispiele: Deckung einnehmen, zum Gegner ausrichten, Distanz zum Gegner überbrücken. Dieses Trennen und Einordnen eröffnet neue Sichten auf Bewegungen. Beispiel: Wer Abläufe wiederverwendet, erhöht deren Anzahl an Wiederholungen. Der Trainingseffekt ist bei diesen Anteilen stärker als bei „Exoten“ mit wenig Einsatz.

Die Methode dient dem Untersuchen von Bewegungen, der Informationsbeschaffung und Dokumentation. Sie liefert eine Übersicht von Bewegungsabläufen und deren Art der Wiederverwendung. Die Zusammenhänge bestimmen Trainingsleistung, Automatisierung und Reaktionszeiten.

Nutzen Sie diese Methode als Grundlage. Die Übersicht ist der Startpunkt für weitere Methoden. Derart nähern Sie sich effektiver ihren Zielen.

Beispiel

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Wie geht man vor?

Vorüberlegungen

Gegenüberstellung Teilabläufe zu Gesamtbewegungen

  • Befüllen Sie die Schnittpunkte der Tabelle mit ihren Einschätzungen.
  • Schnittpunkte können mehr als eine Einschätzungen enthalten.
  • Gleich?
    • Wird der Ablauf unabhängig von der Situation immer gleich benutzt?
    • Beispiel: Das Einnehmen der Deckung läuft immer gleich ab.
  • Abgewandelt?
    • Wird der Ablauf je nach Situation leicht abgewandelt, bleibt insgesamt eher gleich? Leicht bedeutet abgewandelt in einer einzelnen Eigenschaft (Geschwindigkeit, Reichweite, Kraft, …).
    • Beispiel: Schrittweite des Distanzschritt wird je nach Abstand zum Gegner leicht abgewandelt.
  • Verschieden?
    • Kommt ein Ablauf in einer Bewegung nicht vor? Unterscheiden sich zu viele Aspekte? Dann füllen Sie die Leerstelle mit einem „-“.
  • Wiederverwendet?
    • Wird der Ablauf in mehr als einer Bewegung wiederverwendet? Dann die gleichen Abläufe in den Bewegungen farblich kennzeichnen.
  • Übertragen?1Zur Übersichtlichkeit nicht in oberer Abbildung enthalten.
    • Wird der Ablauf auf andere Körperteile übertragen?
    • Beispiel: Ausführen des Hakens mit links und mit rechts.

Unterscheidung Plan und Ergebnis

  • Erweitern Sie die Tabelle um eine Spalte Kategorie.
  • Treffen Sie pro Ablauf eine Unterscheidung.
    • Plan: Ihre Bewegungsplanung ohne äußere Einflüsse.
    • Ergebnis: Der resultierende Ablauf mit äußeren Einflüssen.

 

Beispiel

  • Plan: Arm gegen Partnerkraft drücken von gewinkelt zu gestreckt, bewusst kein Achten auf Kraft des Partners
  • Ergebnis Fall 1: Arm erfolgreich gestreckt, da Partner schwächer
  • Ergebnis Fall 2: Arm bleibt gewinkelt, da Partner stärker

 

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Was ist das Ergebnis?

Sie erhalten eine Zuordnung der Abläufe zu den in verschiedenen Bewegungen. Die Unterteilungen liefern zusätzliche Informationen für Folgemethoden. Die Unterscheidung in Plan und Ergebnis ist ein Sonderfall der Betrachtung. Er spielt für die Automatisierung sehr schneller Bewegungen eine Rolle.

Typische Fehler

Die Unterteilung abgewandelt und verschieden ist nicht immer trennscharf. Umso wichtiger ist es die unterscheidenden Aspekte mit zu dokumentieren. Folgemethoden greifen die Aspekte wieder auf. Die strikte Unterteilung verliert dann ihre Bedeutung.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse der Gegenüberstellung bilden die Grundlage vieler Folgemethoden. Der Grad der Wiederverwendung oder Abwandlung bestimmt u.a.:

  • Allgemeine Trainingsleistung: Wie gut „sitzt“ die Bewegung?
  • Automatisierung der Bewegungen: Wie gut läuft die Bewegung „von allein“ ab?
  • Reaktionszeiten: Wie schnell wird reagiert?
  • Planungen für weitere Bewegungsanteile: Wie wird bei den Ergebnissen in Zukunft trainiert?

Quelle

Fußnoten   [ + ]

1. Zur Übersichtlichkeit nicht in oberer Abbildung enthalten.

Der Artikel wurde am 28. September 2018 unter der Kategorie Dokumentieren, Informationen beschaffen, Lösungen untersuchen, Methoden veröffentlicht.