Ablaufvarianten erzeugen

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Links und Rechts des Weges

Das Herz hängt an der Idealbewegung. Doch abseits des Weges ergeben sich neue Möglichkeiten. Hier gilt: Wer sich trennt, gewinnt hinzu. Jede Variante liefert neue Wege, neue Chancen.

Die Methode dient der Untersuchung von Bewegungen, der Informationsbeschaffung und der Dokumentation. Sie hilft Varianten von Abläufen zu erzeugen.

Nutzen Sie diese Methode, um Abläufe auf unbekannte Möglichkeiten abzuklopfen.

Wie geht man vor?

Vorarbeit

  • Starten Sie mit ihrer Beschreibung der Bewegung.
  • Wählen Sie ein ausgefülltes Diagramm der Bewegung aus.
    • Beispiel: Handgelenk des Partners festhalten (siehe unten)
  • Wählen Sie einen Eintrag der Beschreibung.
    • Beispiel: Eintrag „Greifen Handgelenk“

 

Beispiel

DE_Erfolgsbedingungen_bestimmen_01

 

Ablaufvarianten für Geschwindigkeit und Kraft

  • Stellen Sie Fragen zu veränderlichen Größen.
  • Beeinflusst die Ablaufgeschwindigkeit den Eintrag?
    • Einschätzung: Ja. Wenn der Partner sein Handgelenk zu schnell bewegt, kann es nicht gegriffen werden.
  • Unterteilen Sie den Ablauf in Varianten der Geschwindigkeit.
    • Fall 1: Partner schneller, dann misslingt Greifen.
    • Fall 2: Partner langsamer, dann funktioniert Greifen.
  • Beeinflusst die Kraft den Eintrag?
    • Einschätzung: Ja. Wenn der Partner sein Handgelenk zu kräftig bewegt, geht der Griff verloren.
  • Unterteilen Sie den Ablauf in Varianten der Kraft.
    • Fall 1: Partner kräftiger, dann misslingt Greifen.
    • Fall 2: Partner schwächer, dann funktioniert Greifen.
  • Kombinieren Sie die Größen Kraft und Geschwindigkeit.
    • Fall 1: Partner schneller und kräftiger
    • Fall 2: Partner schneller und schwächer
    • Fall 3: Partner langsamer und kräftiger
    • Fall 4: Partner langsamer und schwächer
  • Stellen Sie die Varianten und Einschätzung in einer Mind-Map, Tabelle oder einem Baumdiagramm dar.

 

Beispiel Baumdiagramm

DE_Ablaufvarianten_erzeugen_01

 

Beispiel Mind-Map

DE_Ablaufvarianten_erzeugen_02

 

Beispiel Tabelle

DE_Ablaufvarianten_erzeugen_03

 

Zusammenfassung

  • Die Grundidee ist immer gleich:
    • Wählen Sie einen Eintrag einer Bewegung.
    • Wählen Sie eine variable Größe.
    • Bestimmen Sie die Bandbreite der Größe.
    • Gehen Sie durch die Bandbreite und stellen Sie die Frage: Beeinflusst die Größe den Eintrag?
    • Wenn ja, leiten Sie Varianten ab.
    • Wiederholen Sie die Überlegung für weitere Größen.
    • Kombinieren und variieren Sie mehr als eine Größe gleichzeitig.
  • Wenn Ihnen bekannt: Betrachten Sie den Eintrag in Hinsicht auf Größen in Fachbereichen.
    • Regelung von Bewegungen: Wahrnehmung, Bewegungsplanung, …
    • Biomechanik: Freiheitsgrade, Kopplung, …

Was ist das Ergebnis?

Sie erhalten einen Überblick über Ablaufvarianten: Was passiert abweichend von ihrer Idealbewegung? Wo lauern Misserfolge? Wo neue Ansätze?

Typische Fehler

Konzentrieren Sie sich am Anfang auf die Größen Geschwindigkeit und Kraft. Mit wachsender Erfahrung verändern Sie speziellere Größen aus den Fachgebieten, z.B. Aufmerksamkeit oder Körperspannung. Andernfalls verlieren Sie sich in den Möglichkeiten und geben Ausnahmefällen zu viel Gewicht.

An vielen Stellen ist eine Einschätzung ohne Erfahrung schwierig. Lassen Sie diese Varianten links liegen, bis Sie das Fachwissen und die Erfahrung zur Einschätzung besitzen.

Wie geht es weiter?

Spielen sie die Varianten gedanklich durch oder nutzen Sie sie für konkrete Belastungstests: Was passiert in dieser Ablaufvariante? Was funktioniert? Was geht schief?

Der Artikel wurde am 9. Februar 2018 unter der Kategorie Dokumentieren, Informationen beschaffen, Lösungen untersuchen, Methoden, Situation untersuchen, Wissen veröffentlicht.