Ablaufvarianten im Bewegungsraum erzeugen

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Freiheit hat ihre Tücken

Frei bewegen ist zwiespältig. Einerseits schafft es neue Wege anzugreifen, anderseits geht dabei auch mehr daneben. Der Schlag, der Griff, der Hebel; sie alle verlangen die richtige Mischung an Freiheit und Einschränkung. Der Bewegungsraum bietet die passende Perspektive. Er klärt mit Fallbetrachtungen das richtige Verhältnis.

Die Methode dient der Untersuchung von Bewegungen, der Informationsbeschaffung und der Dokumentation. Sie hilft Varianten von Abläufen im Bewegungsraum zu erzeugen.

Nutzen Sie diese Methode, um Abläufe im Bewegungsraum auf unbekannte Möglichkeiten abzuklopfen.

Beispiel für Ablaufvarianten im Bewegungsraum

DE_Ablaufvarianten_im_Bewegungsraum_erzeugen_01

Wie geht man vor?

 

Vorarbeit

  • Starten Sie mit ihrer Beschreibung der Bewegung und des Bewegungsraums.
  • Wählen Sie ein ausgefülltes Diagramm der Bewegung aus.
    • Beispiel: Handgelenk des Partners festhalten (siehe unten)
  • Gehen Sie schrittweise durch jeden Eintrag der Beschreibung.
    • Beispiel: Eintrag „Greifen Handgelenk“

 

Beispiel

DE_Erfolgsbedingungen_bestimmen_01

 

Ablaufvarianten im Bewegungsraum

  • Stellen Sie Fragen zu den Freiheiten oder Einschränkungen im Bewegungsraum.
    • Freier Raum verfügbar oder Raum blockiert?
    • Der Raum ist blockiert. Kann der Widerstand mit Kraft überwunden werden?
    • Werden alle Richtungen oder nur eine Richtung blockiert?
  • Ist der Bewegungsraum blockiert oder erlaubt er freies Bewegen?
    • Einschätzung: Der eigene Griff bewegt sich im freien Raum. Er wird nicht geführt und kann links oder rechts des Handgelenks danebengehen. Zusätzlich hat der Partner die gleiche Freiheit. Er kann sein Handgelenk frei bewegen oder mit einem anderen Körperteil den Griff stören1Hier sind viele Fälle erzeugbar, siehe Kapitel Typische Fehler.
  • Unterteilen Sie den Ablauf in Varianten des freien/ blockierten Bewegungsraums.
    • Fall 1: Griff trifft das Handgelenk.
    • Fall 2: Griff geht daneben, statt das Handgelenk zu treffen.
    • Fall 3: Partner bewegt sein Handgelenk aus der Reichweite des Bewegungsraums des eigenen Griffs.
    • Fall 4: Partner stört den Griff durch anderes Körperteil.
  • Der Raum ist blockiert. Kann der Widerstand mit Kraft überwunden werden?
    • Der eigene Raum und der des Partners sind nicht blockiert. Die Frage spielt keine Rolle.
  • Werden alle Richtungen oder nur eine Richtung blockiert?
    • Die obige Diskussion deckt diese Frage ab.
  • Stellen Sie die Varianten und Einschätzung in einer Mind-Map oder einem Baumdiagramm dar.

 

Beispiel Baumdiagramm

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Beispiel Mind-Map

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Was ist das Ergebnis?

Sie erhalten einen Überblick über Ablaufvarianten im Bewegungsraum: Was passiert, wenn die Freiheit genutzt wird? Ergeben sich neue Abläufe? Klappt die Bewegung noch immer?

Typische Fehler

Die Anzahl der Ablaufvarianten im Bewegungsraum ist sehr hoch. Wählen Sie stattdessen nach Gefühl eine kleine Anzahl aus. Belastungstests zeigen schnell Schwachstellen von Bewegungen auf. Löst eine Bewegung alle ihrer Ablaufvarianten, erzeugen Sie passend weitere Varianten.

Wie geht es weiter?

Spielen Sie die Varianten gedanklich durch oder nutzen Sie sie für konkrete Belastungstests.

Fußnoten   [ + ]

1. Hier sind viele Fälle erzeugbar, siehe Kapitel Typische Fehler

Der Artikel wurde am 11. Februar 2018 unter der Kategorie Dokumentieren, Informationen beschaffen, Lösungen untersuchen, Methoden, Situation untersuchen veröffentlicht.