Am Anfang war das Bild

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… denn lesen konnte noch keiner. Bewegungen sind komplex, schwer in Worte zu fassen und grauenvoll schwer zu dokumentieren. A4-Seiten voll mit Gekritzel sind normal. Dennoch lohnt es sich, denn getreue Darstellungen sind nicht das Ziel.

 

Ordnung im Kopf

Bilder und Worte ersetzen nicht Sehen und Fühlen. Sie dienen anderen Ideen. Jede Skizze zwingt Sie den nächsten Strich zu durchdenken; jedes Wort will gewählt werden. So schaffen Skizzen und Worte Ordnung im Kopf und leuchten blinde Flecken aus. Wer etwas zu Papier bringt, weiß was er tut.

Andere Punkte sind nur in Worten ausdrückbar: Jeder Schlag folgt einem Ziel, jeder Hebel hängt an Bedingungen. Worte zwingen zur Transparenz: Was will ich? Womit erreiche ich es? Warum funktioniert es?

 

Wie geht man es an?

Ein Blatt Papier, ein Stift, mehr braucht es nicht um Klarheit zu erlangen. Alternativ nehmen Sie Whiteboards und Flipcharts. Steigen Sie ein mit Skizzen und steigern Sie sich zu Mind-Maps. Scheitern Sie nicht am Anspruch auf Wiedergabetreue. Darum geht es nicht. Jeder Strich und jedes Wort dienen ihrem eigenen, inneren Verständnis.

Was gibt es?

Konzentrieren Sie sich auf folgende Punkte:

  • Ziele
    • Wozu mache ich es? Zum Schutz? Zum Angriff? Verhindern von …?
  • Mittel
    • Was nutze ich dazu? Schläge, Tritte, Hebel
  • Ort und Zeit
    • A passiert
    • Erst A, dann B, dann C
  • Kraft und Geschwindigkeit
    • Welche Kräfte wirken? Wann ist die Geschwindigkeit sehr hoch?
  • Kausale Ketten
    • A passiert, deswegen passiert B, deswegen passiert C
  • Kompromisse
    • A geht, B geht deswegen nicht
  • Fälle betrachten

 

Wie läuft es ab?

  • Skizzieren Sie
    • Alles ist erlaubt: Strichmännchen, Pfeile, …
  • Drauflosschreiben
    • Fassen Sie die Handlung in Worte. Nutzen Sie obigen Stichwörter als Startpunkt.
  • Gegenüberstellen
    • Was machen Sie? Was macht ihr Gegner? Stellen Sie die Handlungen gegenüber.
  • Mind-Map
    • Ordnen Sie die Punkte thematisch in einer Mind-Map.
  • Zeitlicher Verlauf
    • Verteilen Sie die Punkte auf einer Zeitachse. Was passiert wann? Welches Ziel ist wann wichtig?

 

Anbei ein Beispiel, sehr klein gehalten und ohne den Gegner.

 

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Wie geht es weiter?

Bauen Sie die Methode in ihren Trainingsalltag ein. Skizzieren oder schreiben Sie vor, während oder nach dem Training ein wenig in ihr Skizzenbuch. Halten Sie die Einträge kurz.

Schauen Sie sich bei Einstiegsmethoden um. Fehlt noch etwas? Wenn nein, dann steigen Sie bei Wissen, Vorgehen und Methoden ein.

Der Artikel wurde am 4. Juni 2017 unter der Kategorie Methoden veröffentlicht.