Baumdiagramm erzeugter Varianten

Hintergrund

Mit Hilfe der Methode zur Erzeugung von Varianten wird versucht relevante Abläufe in Überlastungssituationen zu bestimmen. Das anschließende Dokumentieren der parallel ablaufenden Varianten in einem Baumdiagramm hilft die Übersicht zu behalten und Belastungstests auszulegen.

Dabei gibt es unterschiedliche Ausbaustufen. Diese Stufen unterscheiden sich in den dargestellten Details und Verknüpfungen zu anderen Methoden. Es können zeitliche Abläufe in den Vordergrund treten oder Zielbewertungen. Je nachdem, was man erreichen will, sehen solche Baumdiagramme völlig anders aus.

Die Auswahl hängt vor allem von den Möglichkeiten im Training ab. Der Platz auf einem Whiteboard oder einer Tafel ist begrenzt. Je nach Detaillierungsgrad ist der Platz schnell ausgeschöpft. Varianten müssen deswegen sprechend, also mit leicht zu erkennenden Namen, versehen werden.

Einfachste Stufe

Bei der einfachsten Darstellung werden nur die Varianten mit deren Namen und einem gemeinsamen Start dargestellt. Diese Stufe ist vor allem am Anfang gut, um sich schnell einen Überblick über relevante Varianten zu verschaffen. An dieser Stelle zeigt sich schnell, ob die Hauptvariante überhaupt ausreichend die gesetzten Ziele erfüllen kann. Wenn sich bereits bei ersten Varianten und Belastungstests zu viele Probleme zeigen, lohnt die Detaillierung nicht mehr.

Ein Zeitstrahl wird an dieser Stelle noch nicht benötigt. Die Varianten werden einfach als Block aneinandergereiht. Die Kennzeichnung der Überlastungsvariante kann als Detail auch mit hinzu1An dieser Stelle wird mittels eines Kreuzes im Bewertungsschema einfach der Bereich gekennzeichnet. Ein Vergleich mit Zielen findet nicht statt..

 

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Diese Darstellungsform stellt auch den häufigsten Trainingsfall dar. Dabei wird eine Übung festgelegt, die Partner stehen sich gegenüber und ein Angriff wird als Startsignal verwendet2Bei dieser Vorgehensweise wird nicht unbedingt die Art von Fallbetrachtung erreicht, welche diese Methode eigentlich transparent darstellen soll. Es müssen Überlastungssituationen von Belastungstests mit dem freien unbekannten (!) Wechsel der Varianten dargestellt werden. Andernfalls ist es nur eine „normale“ Variantendarstellung. Das heißt, man weiß vorher was passiert und führt die Bewegung aus. Es fehlt die Komponente im Kampf, bei der man die Intentionen des Gegners nicht unbedingt kennt oder die Wahrnehmung überlastet ist. Dadurch entfernt man sich von eigentlichen Einsatzfall. .

Detaillierung mit Zeitstrahl

Die Detaillierung über den Zeitstrahl wird wichtig, sobald sich Bewegungen relativ zum Gegner zeitlich verschieben. Das kann der Fall sein, wenn eine der Bewegungen durch ihre Gestaltung gegenüber der gegnerischen Bewegung langsamer ist (bspw. Trägheit oder Fehlplanung durch falsche Antizipation).

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Eine andere Anwendung des Zeitstrahls versucht andere Anfangsbedingungen darzustellen (bspw. Bewegungsübergänge von anderen vorherigen Bewegungen). Ein gemeinsamer Start ist dann also nicht mehr unbedingt gegeben. Der Übergang zwischen Bewegungen verändert sich.

 

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Detaillierung mit Bewertungen

Die Varianten werden in Belastungstests untersucht. Dann wird vergleichen, ob die Variante die gesetzten Ziele erreichen kann. Die Varianten werden dann mit dem Bewertungsschema eines Belastungstests gekennzeichnet.

 

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Wenn Belastungstests mit dem freien unbekannten (!) Wechsel der Varianten durchgeführt wurden, können diese Varianten mit einem eigenen Bewertungsschema für parallele Varianten versehen werden. Auf diese Art lassen sich kontextsensitive Bewegungen als Gruppe zusammenfassen.

 

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Fußnoten   [ + ]

1. An dieser Stelle wird mittels eines Kreuzes im Bewertungsschema einfach der Bereich gekennzeichnet. Ein Vergleich mit Zielen findet nicht statt.
2. Bei dieser Vorgehensweise wird nicht unbedingt die Art von Fallbetrachtung erreicht, welche diese Methode eigentlich transparent darstellen soll. Es müssen Überlastungssituationen von Belastungstests mit dem freien unbekannten (!) Wechsel der Varianten dargestellt werden. Andernfalls ist es nur eine „normale“ Variantendarstellung. Das heißt, man weiß vorher was passiert und führt die Bewegung aus. Es fehlt die Komponente im Kampf, bei der man die Intentionen des Gegners nicht unbedingt kennt oder die Wahrnehmung überlastet ist. Dadurch entfernt man sich von eigentlichen Einsatzfall.

Der Artikel wurde am 30. August 2015 unter der Kategorie Wissen (in Überarbeitung) veröffentlicht.