Bewegungsdokumentation mittels Mind-Map

Hintergrund

Die tabellarische zeitliche Darstellung ist für Schüler nicht immer der beste Einstieg. Die im Folgenden vorgeschlagene Ordnung als Mind-Map konzentriert sich auf wenige einzelne Punkte einer Bewegung. Diese Punkte werden vom Schüler als konkrete Aufgaben aufgefasst und bieten ihm und seiner Dokumentation eine gute Grundlage zur Weiterentwicklung. Er kann sich je nach Kenntnisstand auf wenige Punkte konzentrieren. Die fehlenden Punkte werden je nach Automatisierungsgrad in der Übung hinzugefügt und in der Mind-Map ergänzt. Auf diese Weise entsteht für den Schüler nach und nach ein geordnetes Bild der Bewegung. Auf dieses Bild kann er immer zugreifen, sei es im nächsten Training oder auch nach einer längeren Pause.

Bei der Darstellung als Mind-Map wird in dieser Form bewusst auf die zeitliche Ebene verzichtet. Es zählt weniger der Ablauf als die Schwerpunkte der Bewegung. Später kann der zeitliche Aspekt mit einer anderen Darstellungsform wieder hinzugefügt werden.

 

Detailstufe

Es können unterschiedliche Detailstufen gewählt werden. Für Anfänger sollte nur ein Hauptknoten existieren mit einer weiteren Knotenebene. Je nach Detailgrad und Wissen des Schülers können weitere Ebenen eingezogen werden, um weitere Elemente der Bewegungsdokumentation hinzuzufügen. Jeder Unterknoten beschäftigt sich dann mit einem einzelnen Thema (Vorspannung im Körper, Aufmerksamkeit, Muster, …). Bei dieser Einteilung in Unterebenen kommt es aber sehr schnell zu einer starken gedanklichen Trennung der Themen. Ein Nebenknoten beschreibt dann zu konzentriert und zu isoliert einen Bewegungsablauf. Bewegungen zeichnen sich aber gerade durch die Verknüpfung aller Einzelheiten in einem „Fluss“ aus. Ich empfehle, wenn zu viele Details hinzukommen, die Darstellung über die Darstellungsform verknüpfter Knoten. Dort verbleiben die Elemente trotz ihrer Unterschiedlichkeit in einer gedanklichen Einheit.

 

Durchführung

Für die Dokumentation bietet sich Blätter im A4 Format an. Der Hauptknoten wird in die Mitte des Blattes gesetzt. Der Name des Knotens kann frei gewählt werden. Er sollte stellvertretend für die ganze Bewegung stehen. Die Schwerpunkte der Bewegung werden jetzt als weitere Knoten kreisförmig um diesen Hauptknoten angeordnet. Die Knotenform kann für genutzt werden, um schneller auf bestimmte Details aufmerksam zu machen. Für spätere Betrachtungen ist es vorteilhaft den Trigger für eine Bewegung hervorzuheben (zum Beispiel die Bewegung des Gegners, welche die eigene Bewegung anstößt).

 

Eine Knotenebene

DE_Bewegungsdokumentation_Mind_Map_01

 

Weitere Knotenebenen

DE_Bewegungsdokumentation_Mind_Map_02

 

Als Trainer kann man entscheiden, ob man beim Schreiben direkt hilft und Details nennt oder Schüler sich die Details selbst aus den Bewegungen entnehmen sollen. Beide Varianten haben ihre Vorzüge. Direktes Vorgeben der relevanten Punkte hilft zu einer einheitlichen Dokumentation zwischen Schülern. Jeder Schüler „spricht“ die gleiche Sprache und der Austausch zwischen Schülern ist einfacher. Allerdings nimmt man Schülern auf diese Art und Weise die Möglichkeit ihre eigene Sprache zu entwickeln. Die Sprache des Trainers muss nicht die Sprache des Schülers sein. Wenn Schüler die Punkte selbst formulieren, können Sie besser ihre Sprache zum Ausdruck bringen und ihre eigenen inneren Bilder schaffen. Zusätzlich zeigt sich an dieser Stelle, ob der Trainer die Bewegung sauber gezeigt und erläutert hat. Die Dokumentation des Schülers bietet ein gutes Feedback der eigenen Wirkung und Fähigkeit eine Bewegung dem Schüler näher zu bringen.

Der Artikel wurde am 29. November 2014 unter der Kategorie Methoden (in Überarbeitung) veröffentlicht.