Blitzschnell und stark wie ein Ochse

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Fühlen Sie sich stark wie ein Ochse oder schnell wie der Wind? Vielleicht eher: Ich habe Kraft und bin schnell. Andere sind es auch, manche mehr, manche weniger, manche ebenbürtig. Trainieren Sie mit diesem Bewusstsein?

 

Der blitzschnelle Ochse

Kampfkünste verlangen Kraft, Geschwindigkeit, Koordination, Präzision, … Die Liste ist endlos. Jeder Kampfkünstler strebt nach diesen Eigenschaften. Kurioserweise dreht sich dieses Ideal im Training. Es bildet eine geschützte Umgebung. Partner greifen schwächer an, halten still oder sind berechenbar. Der Vorteil: Schüler üben und festigen ihre Bewegungen.

Diese Umgebung hat ihren Preis. Weicht der Gegner ab, wiegen sich Schüler in falscher Sicherheit. Sie treffen die stille Annahme, dass ihre Bewegung funktioniert. In der Anwendung gelten aber härtere Bedingungen. Der Ochse glaubt, er sei immer stärker und immer schneller. Aber ist das auch so? Erst ebenbürtige oder bessere Gegner treiben Bewegungen an ihre Grenzen.

 

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Wie geht man es an?

Am Anfang steht das Bewusstsein: Sie sind nicht immer der Schnellste und Kräftigste. Trainieren sie bewusst mit diesem Wissen.

 

Sie lernen die Bewegung kennen

  • Typische Kennzeichen für fehlendes Bewusstsein sind:
    • Sie sind immer schneller und kräftiger.
    • Ihr Partner greift an, danach hält er still. Sie führen in Ruhe ihre Abwehr aus.
    • Er führt eine Bewegung aus; Sie zwei, drei oder noch mehr.
  • Überlegen Sie was passiert, wenn der Partner:
    • Stärker oder gleich stark ist?
    • Schneller oder gleich schnell ist?

 

Ordnen Sie ihre Überlegungen in das Schema ein:

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Misstrauen Sie Bewegungen, welche nur rechts im Schema landen. Sie genügen zum Training, aber nicht für spätere Gegner. Der Ochse nimmt unbewusst an, er sei immer schneller und kräftiger. Vergessen Sie nie: Auch ein Ochse trifft auf ebenbürtige Artgenossen.

 

Sie trainieren die Bewegung

  • Suchen Sie Schlüsselmomente im Ablauf:
    • Der Griff zum Arm.
    • Der Schlag zum Kopf.
  • Kein Schlüsselmoment ist:
    • Kurzgefasst, alles was Sie nicht fordert.
  • Ihr Partner variiert diese Momente:
    • Höhere oder niedriger Kraft.
    • Schnellere oder langsamere Geschwindigkeit.
  • Erhöhter Schwierigkeitsgrad: Er variiert ohne Ansage.

 

Was passiert?

Treffen Sie schlechte Annahmen, passiert folgendes:

  • Ihr Partner greift an und ihre Bewegungen gelingen nur ab und zu.
  • Ihre Bewegungen schlagen fehl, sobald er schneller oder kräftiger angreift.
  • Sie verwechseln Abläufe in Schlüsselmomenten.

 

Wie wäre es gut?

Ihr Partner greift an und ihre Bewegung gelingt. Ihnen sind seine Wechsel egal.

 

Wie geht es weiter?

Keine Angst, wenn Sie Probleme haben. Die Fehlschläge zeigen Überlastungen ihres Körpers. Einen Teil der Probleme können Sie mit Training verbessern. Steigern Sie Kraft und Schnelligkeit. Erkennen Sie ihre Grenzen und erweitern Sie diese. Tendenziell werden Sie besser. Das Grundproblem ebenbürtiger Gegner verschwindet aber nicht. Dafür gibt es keine schnellen Lösungen. Sammeln Sie weiter Erfahrung und schauen Sie sich die nächste Methode Was wäre, wenn? an. Sie erweitert den Blick auf Varianten im Ablauf.

Der Artikel wurde am 4. Juni 2017 unter der Kategorie Methoden veröffentlicht.