Block- und Ablaufdiagramm

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Der Blick unter die Haube

Ihr Gegner wirkt von außen kühl und berechnend? Ihr Angriff ändert das Bild. Jetzt reagiert er hektisch und seine Abwehr misslingt. War er unaufmerksam? Wer Ursachen sucht, braucht Einblick in Strukturen. Diagramme helfen dabei, denn Sie bieten den Blick in die Tiefe.

Die Methode dient der Informationsbeschaffung und der Dokumentation. Das Ziel ist die Struktur eines Zusammenhangs zu erkennen. Wie hängt Aufmerksamkeit mit einer schwachen Abwehr zusammen? Warum entsteht Hektik, wenn Aufmerksamkeit fehlt? Diese Abläufe beeinflussen einander. Sie sind wie Glieder einer Kette miteinander verbunden. Diagramme stellen diese Ketten dar und erlauben Vorhersagen: Sie rütteln an der Aufmerksamkeit? Dann ist klar, was geschieht: Wer unaufmerksam ist, verfügt über wenig Informationen. Wer wenig Informationen besitzt, plant schlecht. Wer schlecht plant, reagiert schlecht. Wer schlecht reagiert, kassiert Treffer. Wer das erkennt, wird hektisch, denn Treffer einstecken will niemand.

Sie können diese Methode immer nutzen, wenn Sie Zusammenhänge verstehen und darstellen wollen. Achtung! Die Methode verlangt, dass Sie die Zusammenhänge kennen. Sie genügt nicht für Unbekanntes.

Beispiel Ablaufdiagramm

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Wie versteht man Diagramme?

Eine kurze Unterscheidung zu Beginn: Ablaufdiagramme stellen Abfolgen dar, also ein „Nacheinander“. Kennzeichen sind Verben: Schlagen, verfolgen, planen. Blockdiagramme stellen Elemente dar, also „Dingliches“ oder „Abstraktes“. Kennzeichen sind Begriffe: Arm, Bein, Wahrnehmung.

 

  • Betrachten Sie ein Diagramm und suchen Sie die Zusammenhänge. Es wird nicht immer alles dargestellt.
  • Welche Elemente und Abläufe gibt es?
  • Wie hängen diese zusammen?
    • Beispiel: Werden Kräfte übertragen?
  • Was führt zum nächsten Schritt?
    • Beispiel: Zucken des Gegners entdecken?
  • Gibt es Bedingungen zum Wechseln?
    • Beispiel: Schneller oder kräftiger sein als Gegner?
  • Wer ist beteiligt?
    • Beispiel: Gegner? Außenstehende?
  • Braucht es dafür Gegenstände?
    • Beispiel: Jacken, Matten, Äxte

 

Wie erstellt man Ablaufdiagramme?

  • Betrachten Sie einen bekannten Ablauf und definieren Sie Anfang und Ende.
  • Trennen Sie den Ablauf in sinnvolle Teile. Dabei gelten die gleichen Fragen wie oben.
  • Benennen Sie jeden Teil mit starken, sprechenden Verben und beteiligten Elementen.
    • Beispiel: Gelenk greifen, Arm blockieren
  • Ordnen Sie die Teile in Reihe an von links nach rechts oder oben nach unten.
  • Bei Bedarf: Ordnen Sie die Abläufe in zwei Bereiche, ähnlich Schwimmbahnen, für sich und ihren Gegner.
  • Gleichzeitige Abläufe werden auf gleiche Höhe gesetzt. Wenn nichts passiert, setzen Sie freie Platzhalter ein.
  • Verbinden Sie die Teile mit Pfeilen für die Richtung.

 

Beispiel

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Wie erstellt man Blockdiagramme?

  • Betrachten sie eine Struktur und grenzen Sie diese gegen die Umwelt ab.
  • Trennen Sie die Struktur in sinnvolle Teile. Dabei gelten die gleichen Fragen wie oben.
  • Benennen Sie jedes Teil mit kräftigen, detaillierten Begriffen.
    • Beispiel: Arm, Kopf, Identifikation, Detektion1Begriffe aus dem Fachbereich Regelung von Bewegungen
  • Ordnen Sie die Teile in einer passenden Struktur.
    • Beispiel: Kreis, Linie, Pyramide
  • Zur Darstellung von Abhängigkeiten: Verbinden Sie die Teile mit Pfeilen für die Richtung des Austauschs zwischen den Teilen.
    • Beispiel einfacher Pfeil: Erkannte Informationen werden im nächsten Schritt untersucht, also Detektion → Identifikation
    • Beispiel Doppelpfeil: Der Kopf hängt am Körper fest. Wird der Körper getroffen, übertragt sich Kraft auf den Kopf und umgekehrt, also Kopf ↔ Körper.

 

Beispiel: Körperteile und Abhängigkeiten

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  • Zur Darstellung einer : Ordnen Sie die Teile in Form einer Pyramide. Der wichtigste Punkt steht an oberster Stelle, danach folgen dessen Unterpunkte.

 

Beispiel: Gleichgewicht und Abhängigkeiten

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Was ist das Ergebnis?

Die Diagramme bilden Strukturen und Zusammenhänge ab. Abläufe und Elemente werden ins Ganze eingeordnet.

Typische Fehler

Packen Sie nicht zu viel in ein Diagramm und verdichten Sie. Sie verlieren sonst die Grundidee: Der Blick aufs Ganze und Zusammenhänge.

Diagramme sind einfach aufgebaut und erfassen selten die Komplexität eines Themas. Seien Sie also vorsichtig mit Interpretationen, wie zum Beispiel: Das funktioniert doch gar nicht in der Art. Geben Sie Diagrammen eine Chance und gehen Sie positiv heran. Fragen Sie sich: Was kann mir das Diagramm bieten?

Wie geht es weiter?

Diagramme erlauben Vorhersagen. Was passiert wahrscheinlich? Wie stellt man sich darauf ein? Damit analysieren Sie Probleme und entwerfen Bewegungen.

Zu einfach gedacht?

Die obigen Diagramme mögen trivial erscheinen. Im Bereich Wissen finden Sie komplexere Diagramme. Die Stärke der Diagramme wird sichtbar, wenn Sie damit Bewegungen entwerfen.

Fußnoten   [ + ]

1. Begriffe aus dem Fachbereich Regelung von Bewegungen

Der Artikel wurde am 26. September 2017 unter der Kategorie Dokumentieren, Informationen beschaffen, Methoden veröffentlicht.