Denken wie Colombo

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Detektive Colombo weiß nichts. Sie, die Zuschauer, wissen alles. Das Konzept der Krimiserie ist einfach: Mörder und Opfer sind bekannt, kaum dass die erste viertel Stunde vorbei ist. Die restliche Zeit vergeht mit Colombo und seiner Jagd auf den Mörder.

 

Der Colombo-Effekt

Im Training läuft es ähnlich. Die Aufgabe wird gestellt, alles ist bekannt und Sie üben mit ihrem Partner. Seinem Angriff folgt ihre Abwehr, wieder und wieder. Mit jedem Durchgang steigert sich ihr Wissen. Sie erhöhen ihre Geschwindigkeit und gewinnen im Ablauf an Sicherheit. Nach kurzer Zeit stellt sich ein Lerneffekt ein und die Bewegung sitzt.

 

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Dann kommt der Wettkampftag und ihre Bewegung versagt schlagartig. Gründe gibt es viele. Die Chance ist hoch, dass der Colombo-Effekt seinen Anteil hat.

Der Colombo-Effekt steht als Sinnbild für eine Plage. Training dient dem Sammeln von Wissen. Jeder Durchgang füttert Sie mit Informationen: Ablauf, Kräfte, alles ist bekannt. Es gibt aber Wissen, dass Sie nicht kennen dürfen. Was hat der Gegner vor? Wann startet er seinen Angriff? Nicht jeder Gegner verrät Ihnen diese Details. Würden Sie ihrem Gegner freiwillig sagen, was Sie vorhaben? Nein? Eben.

Sie optimieren ihre Bewegung auf verbotenes Wissen, das in der Anwendung fehlt. Statt wahrzunehmen, konstruieren Sie die kommenden Abläufe. Greift ihr Gegner anders an, misslingt ihre Bewegung.

 

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Wie geht man es an?

Colombo weiß nichts von den Abläufen, geht in Ruhe seiner Arbeit nach und löst den Fall. Wer den Mörder kennt, weiß schon zu viel. Seien Sie kein Zuschauer. Denken Sie wie Colombo.

 

Sie lernen die Bewegung kennen

  • Suchen Sie nach gutem Wissen. Verzichten Sie auf verbotenes Wissen.
  • Stellen Sie sich Fragen. So lernen Sie, was erlaubt und verboten ist.
    • Was weiß ich in der Anwendung?
    • Wann weiß ich es?
    • Darf ich das wissen?
  • Gut ist:
    • Angriffe kennen und wissen wie man damit umgeht.
  • Verboten ist:
    • Exakt vorher wissen, welcher Angriff wann kommt.

 

Sie trainieren die Bewegung

  • Lassen Sie ihren Partner mit Varianten angreifen. Das zwingt Sie zur Wahrnehmung.
  • Ihr Partner:
    • wählt zwischen zwei bis drei bekannten Angriffen.
    • schweigt, welcher Angriff kommt.
    • Erhöhter Schwierigkeitsgrad: streut einen unbekannten Angriff ein.

 

Typischer Fall für verbotenes Wissen

  • So soll es sein:
    • Ihr Partner greift an.
      • Beispiel: Schwinger
    • Ein Merkmal kennzeichnet den Angriff.
      • Beispiel: Ausholen mit Arm
    • Sie sehen das Merkmal und wählen die Abwehr.
      • Beispiel: Ausholen erkennen und Schwinger ausweichen
    • So nicht:
      • Sie starten ihre Abwehr, bevor das Ausholen stattfindet.

 

Was passiert?

Wenn Sie verbotenes Wissen nutzen, passiert folgendes:

  • Ihr Partner greift an und Sie:
    • hängen hinterher.
    • wählen die falsche Abwehr.
    • reagieren gar nicht.

 

Wie wäre es gut?

Ihr Partner greift an und ihre Bewegung gelingt. Ihnen sind seine Wechsel egal.

 

Wie geht es weiter?

Keine Angst, wenn Sie Probleme haben. Die Fehlschläge zeigen Überlastungen ihres Körpers. Dafür gibt es keine schnellen Lösungen. Sammeln Sie weiter Erfahrung und schauen Sie sich die nächste Methode an: Blitzschnell und stark wie ein Ochse. Dabei geht es um Schnelligkeit und Kraft.

 

Zusatz:

Es gibt Bewegungen mit frühem Start. Sie verzichten auf Informationen. Darum geht es hier nicht. Es gibt Gegner, die ihren Angriff zu früh ankündigen. Verlassen Sie sich nicht darauf. Diese Tests zielen auf Bewegungen, welche Informationen benötigen. Wer dabei „betrügt“, verbessert sich, nur hilft ihm das nicht.

Der Artikel wurde am 4. Juni 2017 unter der Kategorie Methoden veröffentlicht.