Körperspannung abschätzen

Fluss der Kräfte verstehen

Steif und fest steht weich und geschmeidig gegenüber. Gegnerischen Kräften widerstehen, sie umleiten oder gar ins Leere laufen lassen erfordert beide Extreme. Zwischenstufen steuern die Kräfte in sinnvolle Richtungen. Derart lässt sich der Fluss der Kräfte leiten und den eigenen Zielen unterwerfen.

Die Methode dient der Untersuchung von Bewegungen, der Informationsbeschaffung und der Dokumentation. Sie beschreibt das Verhältnis der Körperspannungen zwischen Körperteilen. Bereiche mit stärker Spannung wechseln sich ab mit Bereichen niedriger Spannung. Dieses Netz bestimmt die Ausbreitung von Kraft im Körper. Schwächere Bereiche übertragen kaum Kraft und geben nach. Stärkere Bereiche widerstehen Kraft und geben diese weiter zum Nachbarn.

Nutzen Sie diese Methode als Grundlage. Die Übersicht ist der Startpunkt um Kräfte zielgerichtet zu leiten. Ohne diese Steuerung wirken äußere Kräfte ungezügelt und erzeugen Chaos in der eigenen Bewegungsplanung.

 

Beispiel lockerer Arm/ angespannter Körper

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Wie geht man vor?

  • Diese Methode verlangt Vorüberlegungen. Sammeln Sie Informationen zur Körperspannung mit Hilfe folgender Fragen und Methoden.
  • Wie breitet sich Kraft im Körper aus? Wo gibt es Schwachstellen durch Verformungen? Wo stoppt der Kraftfluss durch starken Widerstand?
  • Erarbeiten Sie die Kraftübertragung durch Überlegungen oder sammeln Sie Erfahrungen mit Belastungstests.
  • Tragen Sie ihre Ergebnisse in einer Skizze des Körpers ein. Erstellen Sie Kreise an den Gelenken.
    • Je größer der Durchmesser, desto stärker die Verspannung.
    • Vergleichen Sie die Durchmesser untereinander. Größere Durchmesser besitzen im Verhältnis eine größere Verspannung.
  • Bei Bedarf: Die Übersicht leidet bei vielen Kräften und Kreisen. Stellen Sie in diesem Fall nur Ausschnitte des Körpers dar.
  • Bei Bedarf: Stellen Sie die zeitliche Entwicklung mittels Zeitstrahl dar. Jeder entscheidende Zeitpunkt erhält eine eigene Skizze des Körpers.

 

Beispiel

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  • Bei Bedarf: Verzichten Sie auf die Körperskizze und stellen Sie den Körper nur noch als Netzwerk dar. Ersetzen Sie jedes Gelenk mit einem Kreis. Verbinden Sie die Kreise mit Ersatzlinien, statt der Körperglieder.
  • Die vereinfachte Darstellung befreit. Die Gedanken konzentrieren sich nicht länger auf den Körper und dessen Teile. Die Kräfte stehen im Mittelpunkt.
  • Beispiel: Was passiert bei der folgenden Darstellung? Welche Wirkung erzeugt die äußere Kraft? Wo gibt das Netzwerk nach?

 

Beispiel Oberkörper kippt

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Was ist das Ergebnis?

Sie erhalten einen Überblick über die Kräfteverhältnisse im Körper. Derart schätzen Sie leichter die Wirkungen äußerer Kräfte auf den Körper ein.

Typische Fehler

Schätzen Sie Kräfteverhältnisse, nicht absolute Kräfte. Die „wahre“ Höhe der Kraft spielt keine Rolle.

Wie geht es weiter?

Nutzen Sie ihre Ergebnisse für eine gezielte Auslegung ihrer Körperspannung. Verstärken Sie die Spannung an schwachen Punkten oder erzeugen Sie Sollbruchstellen, sodass äußere Kräfte ins Leere laufen.

Quelle

  • Eigene Methode. Basis besteht aus Grundmethoden zur visuellen Darstellung komplexer Zusammenhänge.

Der Artikel wurde am 4. Oktober 2018 unter der Kategorie Dokumentieren, Informationen beschaffen, Lösungen untersuchen, Methoden veröffentlicht.