Kontakt abschätzen und gegenüberstellen

Auf Tuchfühlung zum Gegner

Der Wunsch: Den Gegner ohne Mühe besiegen. Zauberkräfte ebnen den Weg. Die Realität: Der Zugang zu Magie ist verwehrt und es bleibt nur der bewehrte Weg; Greifen und Ziehen, Drücken und Schieben. Ohne Berührungen funktioniert es nicht. Sie übertragen Kräfte. Umso wichtiger ist die Planung der Kontakte.

Die Methode dient der Untersuchung von Bewegungen, der Informationsbeschaffung und der Dokumentation. Sie beschreibt ihre Kontakte zum Gegner und zur Umwelt. Nicht jeder Kontakt ist erlaubt, mancher Kontakt verändert sich. Die Methode sammelt gezielt diese Perspektiven und stellt sie gegenüber.

Nutzen Sie diese Methode als Grundlage. Die Übersicht ist der Startpunkt um Berührungen zielgerichtet auf- oder abzubauen. Sorgsame Planung der Kontakte erlaubt Kräfte besser zu planen und zu übertragen.

 

Beispiel

DE_Kontakt_abschätzen_und_gegenüberstellen_01

 

Wie geht man vor?

Vorüberlegungen

  • Diese Methode verlangt Vorüberlegungen. Sammeln Sie Informationen über den Bewegungsablauf mit Hilfe folgender Fragen und Methoden.
  • Wo entstehen Berührungen? In welcher Reihenfolge entstehen Sie? Wann bleiben Sie bestehen und wann werden sie aufgehoben?
  • Erarbeiten Sie die Kontaktstellen durch Überlegungen oder sammeln Sie Erfahrungen im Training.

Darstellung in Skizze

  • Tragen Sie ihre Ergebnisse in einer Skizze des Körpers ein.
  • Ein Kontakt besteht? Erstellen Sie Kreuze an den Kontaktstellen.
  • Bei Bedarf: Die Übersicht leidet bei vielen Kreuzen. Stellen Sie in diesem Fall nur Ausschnitte des Körpers dar.
  • Bei Bedarf: Stellen Sie die zeitliche Entwicklung mittels Zeitstrahl dar. Jeder entscheidende Zeitpunkt erhält eine eigene Skizze des Körpers.

 

Beispiel

DE_Kontakt_abschätzen_und_gegenüberstellen_02

 

Darstellung in Tabelle

  • Tragen Sie ihre Ergebnisse in einer Tabelle ein. Der Tabellenkopf enthält ihre Körperteile, der Zeilenkopf die Teile ihres Gegners oder der Umwelt.
  • Ein Kontakt besteht?
    • Stellen Sie Kreuze an den Schnittstellen.
  • Ein Kontakt ist nicht erlaubt?
    • Stellen Sie ein „-“ ein.
    • Beispiel: Stöße mit dem Knie zum Kopf laut Wettkampfverordnung verboten.
  • Der Kontakt verändert sich?
    • Nutzen Sie Pfeile für den zeitlichen Ablauf.
    • Beispiel: Der Gegner greift, blockiert das Knie, schlägt zum Kopf und das Gleichgewicht geht verloren.
  • Bei Bedarf: Die Tabelle ist bei der Anzahl der Körperteile sehr groß. Entfernen Sie Zeilen und Spalten ohne Einträge.

 

Beispiel (gekürzte Tabelle)

DE_Kontakt_abschätzen_und_gegenüberstellen_03

 

  • Bei Bedarf: Ergänzen Sie weitere Kürzel oder Farben für speziellere Betrachtungen.
    • Betrachtung beabsichtigte und resultierende Bewegung: „P“ für Plan, „E“ für Ergebnis
    • Betrachtung von Ablaufvarianten: „V1“ für Variante 1, „V2“ für Variante 2
    • Betrachtung möglicher Kontakt: „P“ für potentieller Kontakt

 

Was ist das Ergebnis?

Sie erhalten einen Überblick aller Kontakte zum Gegner und zur Umgebung. Die Tabelle bietet mehr Details über die Kontakte und die zeitliche Entwicklung. Die entstehenden Muster werden mit Folgemethoden untersucht. Beispiel: Einzelne Abläufe erzeugen auch einzelne Kreuze. Gleichzeitige Abläufe bilden eher Netzwerke aus Pfeilen.

Typische Fehler

Die Einträge der Tabelle sind auch in die Skizze übertragbar. Achten Sie aber auf Übersichtlichkeit. Die Tabelle stellt Zusammenhänge klarer dar und eignet sich besser für Folgemethoden. Die Skizze ist durch das Körperbild stärker mit Informationen vorbelastet (z.B. Körperstellungen, …).

Wie geht es weiter?

Untersuchen Sie die Auswirkungen des Kontakts und der Kraftübertragung. Methoden: Auswirkungen untersuchen und Kräfte zuordnen und überlagern.

Nutzen Sie die Übersicht und planen Sie die Kontaktstellen nach ihren Zielen. Sollen zusätzliche Kontakte den Gegner stärker blockieren? Sollen mehr Treffer an anderen Stellen erzielt werden? Wo liegen noch Möglichkeiten einzugreifen?

Untersuchen Sie die Muster in der Tabelle weiter. Eigenschaften der Abläufe sind in den Mustern enthalten. Der Vorteil liegt in der vereinfachten Darstellung. Die Betrachtung des Bewegungsablaufs ist für die Untersuchung nicht länger notwendig.

Quelle

Der Artikel wurde am 18. Oktober 2018 unter der Kategorie Dokumentieren, Informationen beschaffen, Lösungen untersuchen, Methoden veröffentlicht.