Kontext

Hintergrund

Als Kontext können verschiedene Arten von Zusammenhängen bezeichnet werden. Tritte hängen von einem gutem Stand ab; Reaktionen von verfügbaren Informationen; gewählte Bewegungen von gesetzten Zielen usw. Der Hauptteil dieses Blogs ist den Zusammenhängen der Bewegungswissenschaften mit den Kampfkünsten gewidmet. Der Kontext wird sich in dieser Hinsicht auch immer auf diese Art von Zusammenhängen konzentrieren. Weitere Beispiele können Ziele, Gesetze, Regeln oder Umgangsformen sein, welche als Randbedingungen den eigenen Handlungsrahmen bestimmen.

 

Nutzung

Einbettung einer Bewegung

Bewegungen existieren nicht als isolierte Abläufe. Sie sind immer in einen Handlungsspielraum eingebettet, der durch den Kontext bestimmt wird. Mit Hilfe von Kontextbeschreibungen lassen sich die Grenzen des eigenen Handlungsraums bestimmen. So können Fragen wie „Welche Ziele kann ich in diesem Kontext erreichen?“ oder „Welche Mittel darf ich in diesem Kontext einsetzen?“ gestellt und beantwortet werden. Auf diese Art und Weise lassen sich Grenzen bestimmen und damit verbundene Probleme identifizieren und bearbeiten.

 

Einsatz bei Bewegungskonstruktionen

Bewegungskonstruktionen sind ein langwieriger Prozess mit vielen einzelnen Schritten an dessen Ende eine auf Ziele optimierte Bewegung steht. Betrachtungen des Kontexts stehen deswegen bei Bewegungskonstruktionen immer am Anfang. Er bestimmt den Handlungsspielraum. Dadurch ergeben sich Ziele, Ansätze und verfügbare Mittel. Daraus folgend ergeben sich die Bewegungselemente, welche im Ganzen die Bewegungen formen. Dieser Prozess kann recht langwierig und sehr komplex sein. Der Kontext bestimmt durch seine frühe Betrachtung deswegen maßgeblich, welche Bewegungselemente am Ende eingesetzt werden.

 

Transparenz in Gruppendiskussionen

Der starke Einfluss des Kontexts kann dazu führen, dass kleine Abweichungen völlig andere Argumentationen und Bewegungen ergeben. In Gruppendiskussionen kann die Bestimmung des Kontexts helfen, getroffene Entscheidungen für alle nachvollziehbar zu begründen.

 

Umgang mit Komplexität

Durch die Komplexität von Kampfkunstbewegungen lassen sich keine einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen mehr bilden. Bei dem Versuch sich auf der Ebene von Bewegungselementen zu bewegen kann schnell der Überblick verloren gehen. Die Beziehung zum direkten Nachbarelement ist vielleicht noch klar. Darüber hinaus fehlt bereits der Bezug. Der Kontext kann an dieser Stelle helfen zurückzufinden. Die Frage „Was war der eigentlich Ausgangspunkt für die Bewegung?“ führt immer zum Kontext zurück. Er hilft wieder den Überblick über alle Bewegungselemente zu haben.

 

Einsatz als Bewertungsgröße

Eines der grundlegendsten Bewegungsprobleme ist die Überlastung des Regelkreises. In diesem Bereich können parallel ablaufende Varianten auftauchen. Bewegungen können in diesem Überlastungsbereich bei Kontextwechseln nicht mehr bewusst angepasst werden. So trifft die eigene Bewegung auf einen anderen Kontext, also ursprünglich geplant. Zum Teil können Bewegungen trotzdem mit dem neuen Kontext umgehen und gesetzte Ziele erfüllen. Diese Bewegungen sind dann „kontextsensitiv“. Sie können also trotz eines unvorhersehbaren Kontextwechsels noch akzeptable Ergebnisse liefern. Diese Kontextsensitivität kann als Bewertungskriterium für Bewegungen eingesetzt werden. Bei der Konstruktion von Bewegungen können parallel ablaufende Varianten meist nicht vermieden werden. Kontextsensitivität dient hier als zusätzliches Güte- und Entscheidungskriterium. Bewegungen, welche mit mehr als einem Kontext umgehen können, werden bevorzugt.

Der Artikel wurde am 24. Mai 2015 unter der Kategorie Wissen (in Überarbeitung) veröffentlicht.