Mechanik von Bewegungen

Hintergrund

Mechanik, für den Einsatz auf diesem Blog technische Mechanik, ist ein Fachgebiet, welches sich systematisch mit Körpern, deren Bewegungen und dem Austausch von Kräften und Momenten zwischen Körpern beschäftigt. Ein Beispiel der Anwendung von mechanischen Betrachtungen ist das Greifen eines Handgelenks. Wenn das Greifen erfolgt ist, kann der Griff in einem Modell beschrieben werden. Je nachdem wie fest der Griff erfolgt, wird jegliche Bewegung gesperrt oder man kann das Handgelenk noch etwas drehen. Dieses Sperren oder das Verbleiben einer Restbeweglichkeit kann dann als Ausgangspunkt für Befreiungen aus dem Griff verwendet werden. Nicht jeder Griff kann mit jeder Befreiung gelöst werden. Diese Feinheiten können mit Hilfe von mechanischen Modellen systematisch erarbeitet werden.

 

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Optimierung und Vorteile gewinnen

Die Beschreibung von Bewegungen mit Hilfe mechanischer Modelle kann grundlegend für zwei Ansätze verwendet werden. Der erste Ansatz beschäftigt sich mit der eigenen Perspektive einer Bewegung. Dabei wird die Bewegung mit Hilfe der Modelle beschrieben und auf Einschränkungen untersucht. Diese Einschränkungen bestimmen die Grenzen und Leistungsfähigkeit der Bewegung. Mit diesem Hintergrund kann die Bewegung dann gezielt optimiert werden. Der zweite Ansatz wechselt die Perspektive. Dabei analysiert man gegnerische Bewegungen und versucht deren Einschränkungen auszunutzen, um wiederum deren Leistungsfähigkeit zu verringern.

 

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Kräfteaustausch

Eine spezielle Anwendung beschäftigt sich mit dem Kräfteaustausch des Gegners. Die eigene gerichtete Muskelanspannung sorgt durch die Krafterzeugung für die Entstehung von Bewegungen. Beim Aufeinandertreffen mit dem Gegner und seinen Bewegungen summieren sich die Kräfte auf, heben sich auf oder es entstehen Querkräfte. Wenn bei der Auslegung von Bewegungen nur auf die eigenen Kräfte geachtet wird, kann mit diesen Kräften nicht umgegangen werden. Dabei gehen solche Betrachtungen weit über das reine Aufeinandertreffen hinaus. Die zentralen Fragen sind, wie sich die eigene Muskelspannung in einer Art und Weise vorbereiten lässt, um nicht nur dem Aufprall zu widerstehen, sondern auch noch in der Folge handlungsfähig zu bleiben.

Mit Hilfe von dynamischen Betrachtungen und der Perspektive des eigenen Körpers als ein Mehrmassensystem (Arme, Beine, …) mit Lagern (Gelenke) lassen sich Abschätzungen über das zu erwartende Verhalten in solchen Situationen treffen. Zusätzlich müssen Betrachtungen aus dem Bereich der Steuerung und Regelung von Bewegungen hinzukommen. Das zeitliche Verhalten und Ineinandergreifen der unterschiedlichen Regelkreise verändert die Dynamik. Diese vielen Vorgänge sich nur interdisziplinär beschreibbar. Mit den Ergebnissen können wiederum Bewegungen zielgerichtet optimiert werden.

Der Artikel wurde am 31. Dezember 2014 unter der Kategorie Wissen (in Überarbeitung) veröffentlicht.