Was ist passiert?

„Dokumentation – liest doch eh keiner“

Fingerdicke Handbücher sind schwere Kost. Wer heute Smartphones bedient, verlangt einen intuitiven Umgang. So entsteht das Bild von Dokumentation als Textwüste. Diese Art der Doku ist nicht gemeint. Hier wird auf andere Aspekte gezielt.

 

Wozu Doku?

Den Hebel in Worte fassen

Worte wollen gewählt sein. Sie verlangen Klarheit im Denken. Die Wandlung Bewegung-in-Worte schafft die Klarheit, welche Bewegungsentwürfe benötigen.

Ein Gedächtnis wie ein Sieb

Sie stecken Zeit und Energie in ihr Training. Es liefert Ihnen Wissen und Erfahrung. Über die Jahre sammeln Sie Details zu Schlägen, Tritten und Hebeln. Behalten Sie all das im Kopf? Doku erhält ihre Erfahrung und ihr Wissen.

Verstehen und Austauschen

Jeder versteht eine Bewegung anders. Das führt zu Missverständnissen und Streit. Dokumentation veröffentlicht ihre Gedanken und schafft Transparenz. Ihre Partner folgen ihren Vorstellungen und bringen leichter ihre eigenen Standpunkte ein.

Planen und dokumentieren

Vorwärtsstürmen liefert schnelle Ergebnisse, aber auch Fehlschläge. Die Nacharbeit kostet Zeit. Je komplexer Bewegungen werden, umso eher entsteht ein Kipppunkt. Ab diesem Punkt lohnt sich im Training vorsichtiges Planen und Dokumentieren. Sie stecken vorher Zeit in die Planung und sparen später die Nacharbeit von Fehlschlägen.

Der Blick zurück

Bewegungen entwerfen ist kreative Arbeit. Vor Zeit zu Zeit irrt man umher und landet in Sackgassen. Dokumentation erlaubt einen Blick zurück. Was war der Ursprung meiner Gedanken? Warum habe ich so und nicht anders entschieden? Wer die Geschichte seiner Entwürfe versteht, hat viele Vorteile. Der Weg zurück aus Sackgassen wird leichter und sie planen mit Blick auf bekannte Irrwege.

 

Doku? Ja, aber wie?

Wann dokumentieren?

Immer, aber wer hat schon die Zeit? Beginnen Sie klein. Legen Sie sich Stift und Notizbuch zurecht. Reservieren Sie ein paar Minuten nach dem Training oder zu Hause. Nehmen Sie ihre Lieblingsbewegung, sammeln Sie ihre Ideen und zeichnen Sie damit eine Mind-Map. Ergänzen Sie Details über die Wochen und Monate. Wichtig: Quälen Sie sich nicht. Später, mit mehr Routine, findet sich immer etwas Zeit.

Wie dokumentieren?

Stift und Papier sind der Anfang. Whiteboard und Metaplan folgen später. Entscheiden sie selbst, wann sie investieren. Vorschlag: Wechseln Sie zu Whiteboards, sobald sie in Gruppen arbeiten. Preiswerte kratzfeste Whiteboards genügen. Später ergänzen Sie einen kleinen Moderationskoffer und Magnete.

Was dokumentieren?

Den Ausgleich zwischen „passender“ und „unnötiger“ Doku erreichen Sie über Erfahrung. Am Anfang gilt: Jeder Punkt im Vorgehen verdient ein paar Stichpunkte.

Beispiel

  • „Wo stehe ich?“ – Situation untersuchen
    • Beschreiben Sie den Kontext oder eine vorhandene Bewegung.
  • Wo will ich hin?“ – Ziele formulieren
    • Beschreiben Sie ihre Ziele, Schwerpunkte und Widersprüche.

Wie viel Doku lohnt?

Die Grundregel lautet: Sie dokumentieren, was Ihnen sonst entfällt. Erinnern Sie sich an ihr Training vor zwei Wochen? Was haben Sie trainiert? Gehen Sie gedanklich durch ihren Trainingsalltag. Wenn Ihnen Bewegungen, Details oder Argumentationen entfallen, ist es Zeit für Notizen. Über die Monate entwickeln Sie ein Gefühl, wann es sich lohnt.

Wie wählt man Methoden?

Orientieren Sie sich am Diagramm des Vorgehens. Jede Phase benötigt eigene Methoden. Eine Übersicht der Phasen finden Sie hier. In den Kategorien sind die passenden Methoden eingeordnet.

Womit beginnt man? Was folgt?

Ein stures Vorgeben ergibt wenig Sinn. Situationen und Bewegungen sind meist zu verschieden. Stützen Sie sich auf Grundmuster. Später hilft Ihnen ihre Erfahrung.

Muster: Doku einer vorhandenen Bewegung

 

Muster: Doku vorhandener Ziele

  • Starten Sie mit Sammelwahn.
  • Ordnen Sie die Ziele in Diagrammen.
    • Benutzen Sie Mind-Map, Zeitstrahl, Block- und Ablaufdiagramm.
  • Passen Sie die Diagramme an, wenn Sie die Ziele verändern.

 

Muster: Nachbereiten und vorbereiten

  • Prüfen Sie erstellte Diagramme oder Tabellen auf fehlende Punkte oder Fehler.
  • Ergänzen Sie vorhanden Checklisten und Profile mit neuen Punkten.
  • Erarbeiten Sie neue Checklisten oder Profile für wiederkehrende Abläufen.

 

Ab hier beginnt die Baustelle. Bitte gedulden Sie sich.