Wo stehe ich?

Die Situation: Herr der Lage oder auswegloses Unterfangen?

Wer danebenschlägt, sucht nach Ursachen. Eigenes Unvermögen ist selten der einzige Grund. Andere Faktoren spielen auch eine Rolle. Wie findet man sich zurecht? Indem man die Umwelt und sich selbst darin unter die Lupe nimmt. Wer die Welt und sich vergrößert betrachtet, wird die feinen Verbindungen entdecken, welche über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

 

Wozu die Situation untersuchen?

Den Rahmen abstecken und Freiheiten entdecken

Viele Quellen definieren, was erlaubt und verboten ist: Trainer, Gegner und Verbände; Recht und Gesetz, Moral und Ethik. Eine Analyse schafft zweifach Wert: Sie liefert den Rahmen, in dem man sich bewegt und gleichzeitig Ansätze, wo sich Grenzen verschieben lassen. Bewegungsentwürfe basieren auf dieser Untersuchung. Ohne Situationsanalyse wird jede Bewegung „in der Luft hängen“, da es kein Fundament zum Aufbau gibt.

Gesamtbild erkennen

Selten gilt es nur ein Problem zu lösen. Wer ihnen einzeln hinterherläuft, wird in einer Kette eins nach dem anderen lösen. Das funktioniert, solange die Lösung nicht wieder neue Probleme schafft. Bei Bewegungen ist dies genau der Fall. Wird ein Angriff abgewehrt, wird der Gegner seinen Angriff anpassen. So läuft man im Kreis, weil der Blick auf das Gesamtbild fehlt. Situationen zu analysieren erweitert den Blick. Effekte werden als verwobenes Netz wahrgenommen. Wer an der einen Stelle rüttelt, erzeugt an anderer Stelle einen Ausschlag. In dieser Art wird das Gesamtbild sichtbar.

 

Situation untersuchen, aber wie?

Wann untersuchen?

Die Situationsanalyse ist immer die Basis. Sie steht an erster Stelle des Bewegungsentwurfs. Ziele festzulegen oder Lösungen zu entwerfen erfordern diesen Schritt. Wiederholen Sie die Analyse, wenn sich an diesen Grundlagen etwas ändert.

Wie sieht das Umfeld aus?

Wer nur in der Sporthalle trainiert, kennt nicht die Tücken einer Wiese. Jede Umgebung hat andere Eigenschaften. Stellen Sie sich selbst Fragen. Grundlage sind die Fachgebiete. Beispiel: Fester Stand aus dem Bereich Biomechanik. Wie beeinflusst der Untergrund ihren Stand? In der Halle gibt es kaum Probleme. Auf der Wiese sieht es anders aus. Jeder Stein und jedes Loch werden ihren Körper fordern und ihren Stand beeinflussen. Bestimmen Sie Einflüsse und Abhängigkeiten.

Gibt es Regeln?

Im Wettkampf gibt es Regeln, z.B. Fairness. In der dunklen Gasse mit unheimlichen Gestalten spielt Fairness keine Rolle. Regeln oder ihr Fehlen bestimmen den Rahmen für Bewegungen. Der Schlag gegen den Hals ist im Wettkampf verboten; in einer Notsituation mag er die Rettung sein. Suchen Sie diese Regeln. Was ist erlaubt? Was ist verboten? Ändern sich die Regeln?

Welche Wirkungen bestehen?

Ihr Gegner wirkt auf Sie mit Schlägen, Tritten und Würgen. Wie wirken Sie? Hoffentlich ähnlich. Stellen Sie diese Wirkungen grob als Stichwörter zusammen. Details werden später betrachtet. Vergessen Sie dabei nicht ihre Umwelt. Stühle und Bänke entwickeln ein Eigenleben, sobald über sie gestolpert wird.

Wie wählt man Methoden?

Orientieren Sie sich am Diagramm des Vorgehens. Jede Phase benötigt eigene Methoden. Eine Übersicht der Phasen finden Sie hier. In den Kategorien sind die passenden Methoden eingeordnet.

Womit beginnt man? Was folgt?

Ein stures Vorgeben ergibt wenig Sinn. Situationen und Bewegungen sind meist zu verschieden. Stützen Sie sich auf Grundmuster. Später hilft Ihnen ihre Erfahrung.

Allgemeines Muster

 

Muster: Die gegebene Situation aufnehmen

 

Ab hier beginnt die Baustelle. Bitte gedulden Sie sich.