Variantenbaum erstellen

DE_Variantenbaum_erstellen_01_Beitragsbild

Jeder Ast eine Variante

Schwinger, Haken oder gerader Schlag, drei Varianten, doch gleich im Vorher und Danach. Der Schritt zum Angriff oder Deckung, jeder Schlag bedarf der gleichen Vorbereitung. Variantenbäume fassen diesen Zusammenhang zusammen. Je breiter der Baum, desto stärker die Unterschiede. Je schmaler der Baum, desto mehr gleichen sich die Bewegungen.

Die Methode dient dem Untersuchen von Bewegungen, der Informationsbeschaffung und Dokumentation. Sie liefert eine Übersicht von Bewegungsanteilen und deren Verwendung in Ablaufvarianten. Bestimmte Abläufe/Anteile werden in jeder Variante genutzt, andere nur in bestimmten Varianten. Dieser Zusammenhang wird im Variantenbaum gegenübergestellt.

Nutzen Sie diese Methode zur Bestimmung von gleich genutzten Anteilen/ Abläufen. Sie sparen im Training Zeit durch die erneute Verwendung. Statt ihre Zeit aufzuteilen, treiben Sie die Leistung weniger Anteile/ Abläufe gezielt voran.

 

Beispiel

DE_Variantenbaum_erstellen_01

 

Wie geht man vor?

 

Beispiel

DE_Variantenbaum_erstellen_02

 

  • Fassen Sie gleiche Anteile/ Abläufe zusammen. Der Einzelblock heißt: Hier gibt es keine Unterschiede.

 

Beispiel

DE_Variantenbaum_erstellen_03

 

  • Stellen Sie verschiedene, gleichzeitige Anteile/ Abläufe nebeneinander dar. Der Abstand heißt: Das ist verschieden und läuft gleichzeitig ab.

 

Beispiel

DE_Variantenbaum_erstellen_04

 

  • Ziehen Sie variante Anteile/ Abläufe nah beieinander. Die Nähe heißt: Hier sind Unterschiede.

 

Beispiel

DE_Variantenbaum_erstellen_05

 

  • Verbinden Sie zugehörige Anteile/ Abläufe mit Linien. Zugehörig im Sinne von: Es wandelt sich. Eine Linie heißt: Das eine gehört zu dem anderen.
    • Beispiel: Der Arm der Deckung wird zum Schlag und umgekehrt.

 

Beispiel

DE_Variantenbaum_erstellen_06

 

Plan und Ergebnis unterscheiden

  • Bei Bedarf: Unterscheiden Sie bei den Anteilen und Abläufen zwischen ihrem Bewegungsplan und Bewegungsergebnis1Plan ≙ innere Varianz, Ergebnis ≙ externe Varianz.
  • Plan: Wie will ich mich bewegen? Was habe ich vor? Der „wirkliche“ Ablauf spielt keine Rolle.
  • Ergebnis: Was ergibt sich? Was ist der „wirkliche“ Ablauf? Äußere Kräfte können sich durchsetzen und die eigene Bewegung „überschreiben“. Beispiel: Sie wollen vorwärtsdrücken. Ihr Gegner ist stärker und drückt Sie zurück.

 

Beispiel: Schmaler Baum für Bewegungsplan

  • Der Arm wird gestreckt. Die Möglichkeit des Eindrückens wird im Plan nicht berücksichtigt. Es wird „dumpf“ ohne Unterscheidung nach vorn gedrückt.

 

DE_Variantenbaum_erstellen_07

 

Beispiel: Breiter Baum für Bewegungsergebnisse

  • Der Arm wird je nach Stärke des Gegners eingedrückt oder setzt sich durch.

 

DE_Variantenbaum_erstellen_08

 

Was ist das Ergebnis?

Sie erhalten eine Übersicht ihrer Varianten. Je nach Breite des Baums variieren die Abläufe und Anteile stärker.

Typische Fehler

Nicht jeder gleich aussehende Ablauf ist wiederverwendbar. Unterscheiden Sie je nach Einsatz von Kraft oder Kopplung der Körperteile.

Wie geht es weiter?

Das Diagramm bildet die Grundlage weitere gleiche Abläufe zu suchen. Derart richten Sie Bewegungen gezielt darauf aus. Überlegen Sie, welche Abläufe Sie vereinheitlichen.

Die Unterscheidung nach Bewegungsplan und -ergebnis unterstützt die Bearbeitung von bspw. Automatisierungszielen. Beispielforderung: Sehr hohe Anzahl an Wiederholungen. Halten Sie ihren Variantenbaum schmal. Dadurch verwenden Sie Bewegungsanteile wieder. Die Wiederverwendung erhöht die Anzahl an Wiederholungen.

Quelle

Fußnoten   [ + ]

1. Plan ≙ innere Varianz, Ergebnis ≙ externe Varianz

Der Artikel wurde am 16. September 2018 unter der Kategorie Dokumentieren, Informationen beschaffen, Lösungen untersuchen, Methoden veröffentlicht.