Vorgehen

Dem Chaos im Kopf begegnen

So viel Wissen, so viele Methoden, aber: Wie geht man vor? Wann liest man was? Wann testet man etwas? Hier stelle ich den Denkansatz vor: Link. Er stammt aus dem Ingenieursbereich und verbindet Wissen und Methoden. Hier stelle ich dessen Anwendung vor. Sie wählen in eigener Verantwortung, welchen Weg sie einschlagen.

Beispiel: Sie trainieren einen Hebel und fragen sich:

  • Ist die Bewegung „gut“?
  • Wie teste ich die Bewegung?
  • Welche Vor- und Nachteile hat sie?
  • Wie kann ich sie verbessern?

 

Hebel entwerfen ist wie Kochen

Denken Sie sich einen Kochkurs. Sie lernen Zutaten kennen, setzen Gewürze ein und kombinieren Gerichte. Ihre Erfahrung steigt und Sie entwerfen ihre eigenen Gerichte. In gleicher Weise führe ich Sie durch den Entwurf von Bewegungen. Sie trennen Bewegungen in „Zutaten“ und lernen deren Eigenschaften und Effekte. Später unterscheiden Sie sinnvolle Kombinationen. Dann verändern oder tauschen Sie Zutaten. Im letzten Schritt entwerfen Sie ihre eigenen Bewegungen.

Haben Sie die Einstiegsmethoden probiert? Sie sind Sie ungefähr hier, am Beispiel eines Hebels:

 

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Aufruf zum Kochen

Geben Sie sich Zeit. Wer sehr gut kocht, hat lange Zeit vorher „schlecht“ gekocht, immer und immer wieder. Erst die Fehlschläge zeigen den Weg. Obige Schritte deuten nur die Vorwärtsrichtung an. In der Realität ist es ein Kreisprozess. Mit jedem Durchdenken lernen sie ihre Bewegungen neu kennen. Je öfter ihre Bewegungen fehlschlagen, je öfter Sie Überlastungen selbst erfahren, je mehr Sie mit Zutaten jonglieren, desto mehr wächst in Ihnen die Motivation. Sie fragen sich: Warum ist das so? Was kann ich tun? Wie löse ich das? Erst Überlastungen und Fragen treiben an. Der Glaube „Alles ist ok“ weckt keine Motivation.

 

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Überlast treibt aus der Komfortzone

„Normales“ Training bietet eine geschützte Umgebung. Der Vorteil des Schutzes erzeugt aber auch Trägheit. Brechen Sie immer mal wieder aus. Nutzen Sie Überlastungen als Triebfeder. Denken Sie daran: „Immer schneller sein“ und „immer kräftiger sein“ sind Sackgassen (siehe Blitzschnell und stark wie ein Ochse). Deswegen: Begrüßen sie Überlastungen und entwerfen Sie selbst Bewegungen. Beides weist den Weg zu echter Verbesserung.

 

Entdecken, Suchen, dann Entwerfen

Kochen und Bewegungen entwerfen, das Vorgehen ähnelt sich. Sie überlegen sich wo sie stehen, wohin Sie wollen, starten ihren Entwurf und bewerten Ihn. Knapper ausgedrückt: Sie suchen den Ist-Stand, den Soll-Stand und wie Sie von Ist zu Soll kommen.

 

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Angepasst auf Bewegungen sieht es so aus (Übersicht als PDF)1Angelehnt an Problemlösungszyklus von R. Haberfellner, O. de Weck, E. Fricke, S. Vössner: Systems Engineering :

 

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Überlegen Sie, was Ihnen hilfreich erscheint. Dann springen Sie in die Kategorie und suchen passende Schritte. Wenn Sie nicht weiterwissen, kehren Sie zu diesem Diagramm zurück. Es ist wie die Taste „Home“ bei Smartphones. Ein kurzer Blick, eine Einschätzung was fehlt, dann ist klar, wie Sie als nächstes vorgehen. Wer noch unsicher ist, beginnt mit „Wo stehe ich?“.

 

Wo stehe ich? – Die Situationsanalyse

In einer idealen Welt gelingen ihre Bewegungen. Die Erfahrung zeigt: Der Gegner will es verhindern. Diese Kategorie bestimmt: Was läuft gut? Was läuft schlecht?

Hier bestimmen Sie ihren Ist-Stand mit Hilfe von Fachwissen:

Link Webseite / Übersicht als PDF

Wo will ich hin? – Die Zielformulierung

Der Ist-Stand stimmt nicht? Daraus folgt: Wie soll es sein?

Hier bestimmen Sie ihren Soll-Stand mit Hilfe von Zielen:

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Welche Bewegung soll es sein? – Lösungen entwerfen

Wenn Soll und Ist klarer sind, entwerfen Sie Konzepte für Bewegungen.

Hier bestimmen Sie Elemente für ihre Bewegungen:

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Wie verhält sich die Bewegung? – Lösungen untersuchen

Jedes Element einer Bewegung hat Eigenschaften. Alle Elemente zusammen bestimmen Stärken und Schwächen.

Hier untersuchen Sie ihre Bewegung mit Hilfe von Fachwissen:

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Passt die Bewegung? – Lösungen bewerten

Jetzt gilt es: Führen ihre Bewegungen Sie von Ist zu Soll?

Hier überprüfen Sie ihre Bewegungen mit den Zielen:

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Diese Bewegung! – Für Lösung entscheiden

Gibt es mehrere Bewegungen? Welche Bewegung passt am besten? Wo sind Kompromisse nötig?

Hier entscheiden Sie sich für eine Bewegung:

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Wo gibt es Hilfe? – Informationen beschaffen

Methoden und Werkzeuge allein genügen nicht. Sie benötigen weitere Quellen. Die Liste ist lang: Ihr Trainer, ihre Partner, ihre Gegner, das Internet.

Diese Kategorie konzentriert sich auf die Suche nach Informationen:

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Was ist passiert? – Lösungen und Ablauf dokumentieren

Ein Gedächtnis wie ein Sieb benötigt Unterstützung. Alle oberen Punkte liefern Informationen. Wer nichts aufschreibt, wird vieles vergessen oder übersehen. Dokumentation hilft auch ihren Partnern. Eine Skizze ist verständlicher als alles in Sätze zu packen.

Diese Kategorie stellt Dokumentationen vor:

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Stopp! Bevor Sie loslegen…

Seien sie sich darüber im Klaren: Die Beschäftigung mit Bewegungen kostet Zeit. Wer nach der Arbeit ins Training hetzt, ist nicht in Stimmung zum Nachdenken. Suchen Sie in ihrem Alltag nach Momenten der Ruhe. Beginnen Sie mit wenigen Minuten. Steigern Sie sich, sobald Sie die Motivation verspüren. Das Gefühl nicht voranzukommen gehört dazu. Diesen Totpunkt überschreiten Sie mit wachsender Erfahrung.

Ein Ansatz ist:

  • 5 Minuten vor dem Training
    • Worauf will ich achten? Welche Effekte suche ich?
    • An welchen zwei Punkten will ich arbeiten?
  • 5 Minuten nach dem Training
    • Habe ich gefunden, was ich gesucht habe?
    • Was lief gut? Konnte ich meine Punkte verbessern?
  • 5 Minuten am Morgen/ Abend/ Wann Sie wollen
    • Überdenken Sie die Abläufe.
    • Planen Sie ihr Vorgehen fürs Training.
    • Dokumentieren Sie ihre Bewegungen.

 

Ab hier beginnt die Baustelle. Bitte gedulden Sie sich.

Fußnoten   [ + ]

1. Angelehnt an Problemlösungszyklus von R. Haberfellner, O. de Weck, E. Fricke, S. Vössner: Systems Engineering