Ziele und Mittel zuordnen

Hintergrund

Bewegungen können in viele einzelne Elemente aufgeteilt werden. Jedes dieser Elemente kann als Mittel angesehen werden um gesetzte Ziele zu erreichen (siehe Trennung von Mittel und Ziel). Mit Hilfe der folgenden Methode werden Elemente einer Bewegung den gesetzten Zielen zugeordnet. In Folgeschritten kann diese Zuordnung um weitere Betrachtungswinkel ergänzt werden (z.B. um Redundanzen oder Überladung).

Die Zuordnung der Mittel zu Zielen ist die Grundlage für eine spätere Bewertung von Bewegungen (z.B. Bewertungsschema). In Folgeschritten erlaubt diese Ausarbeitung die Bewegungen bei Bedarf zu verändern. Bisher unerreichte oder auch neue Ziele können dann von der Bewegung mit abgedeckt werden.

 

Durchführung

Die Elemente der Bewegung sollten bereits in irgendeiner Form dokumentiert sein (z.B. Tabellenform oder als Mind-Map). Die folgende Zuordnung der Ziele kann schnell recht umfangreich werden. Wer in Papierform arbeitet, sollte besser gleich auf A3 wechseln. Bei einem Whiteboard oder einer Pinnwand sollte die ganze Fläche dafür reserviert werden. Auf einer Seite sollte etwas Platz reserviert werden, dazu gleich mehr. Zum Anfang beginnt man mit der Betrachtung der eigenen Bewegung. Die Zuordnung für den Gegner kann später erfolgen.

Im ersten Schritt wird versucht jedem Element ein Ziel aus der Liste der gesetzten Ziele zuzuordnen. Dabei wird ein Ziel ausgewählt und als Stichwort jedem Element zugeordnet. Jedes Ziel, welches keinem Element zugeordnet werden kann, wird dem reservierten Platz zugeordnet (bspw. rechts unten).

 

DE_Ziele_und_Mittel_zuordnen_01

 

Im nächsten Schritt werden Redundanz und Überladung zugeordnet. Dazu sollten diese Zuordnungen über eine andere Farbe erfolgen. Ein Unterstreichen oder Ankreuzen genügt zur Übersicht.

 

DE_Ziele_und_Mittel_zuordnen_02

 

Die Überladung für parallel ablaufenden Varianten kann an dieser Stelle noch nicht erfolgen. Jede Variante muss dafür einzeln betrachtet werden.

 

Nutzung

Bewertung der Zielerfüllung

Die Zuordnung von Zielen zu Bewegungselementen ist ein erster Schritt um später zu erkennen, welche der gesetzten Ziele erreicht werden. Jedes Ziel, welches keinem Element zugeordnet werden kann, wird nicht erfüllt werden. Ziele, welche mehreren Elementen zugeordnet werden, sind durch die Redundanz stärker abgesichert. Überladene Elemente können helfen mehrere Ziele gleichzeitig zu erfüllen. Wenn nur eine begrenzte Anzahl an Bewegungselementen zur Verfügung steht, kann mit solchen Doppelbelegungen eine größere Anzahl von Zielen erreicht werden.

Eine Bewertung kann an dieser Stelle nur isoliert für die betrachtete Ablaufvariante stattfinden. Weitere parallel ablaufende Varianten sind damit noch nicht bewertet und es lässt sich noch keine zusammenfassende Bewertung aller Varianten abgeben.

Potentiale finden

Die Zuordnung von Zielen zu Bewegungselementen erlaubt eine saubere Übersicht und ist einer der ersten Schritte um Bewegungen zu optimieren. Die Zuordnung ermöglicht es bisher nicht bearbeitete Ziele zu finden und diese Bewegungselementen zuzuordnen. Im obigen Beispiel hat Element 4 bisher keine Verwendung. Lässt es sich vielleicht verwenden, um noch offene Ziele zu erfüllen?

 

DE_Ziele_und_Mittel_zuordnen_03

 

Überlastungen finden

Es kann vorkommen, dass bestimmte Bewegungselemente sehr vielen Zielen zugeordnet sind. Im schlimmsten Fall „tragen sie die ganze Verantwortung“. Sobald ein solches Element fehlschlägt, bspw. durch Überlastung, werden automatisch all die zugewiesenen Ziele nicht mehr erfüllt. Wenn derartige Elemente gefunden werden, können die Ziele auf weitere Elemente verteilt werden.

In solchen Übersichten offenbart sich manchmal, dass viele hoch priorisierte Ziele kaum Elementen zugeordnet werden, während nicht so wichtige Ziele sehr oft vertreten sind. Die Übersicht erlaubt an dieser Stelle einzugreifen und die Elemente anzupassen, damit hoch priorisierte Ziele stärker vertreten sind.

Manche Ziele sind nur einem einzelnen Element zugeordnet. Mit Hilfe der Übersicht kann man versuchen den Elementen noch freie Ziele zuzuordnen. Dazu werden die Elemente und bereits zugeordnete Ziele hinterfragt. Manche Ziele sind zu eng formuliert oder Elemente sind zu aufwändig aufgebaut (Beispiel: Muss man wirklich den gegnerischen Arm greifen, oder genügt ein Blockieren des Arms in eine Richtung?). Wer an dieser Stelle einen Ausgleich findet, also Ziele abschwächt und Elemente vereinfacht, kann mit den freigewordenen Möglichkeiten andere Ziele verfolgen.

Der Artikel wurde am 13. September 2015 unter der Kategorie Methoden (in Überarbeitung) veröffentlicht.